Naturereignisse sind unberechenbar, tragisch, brutal – und faszinieren die Menschheit und ihre Künste. So auch die Komponist:innen James Dillon, Nina Šenk und Tan Dun. Mit ihren Werken läutet die Basel Sinfonietta ihre neue Saison ein: am 27. September 2026 um 19 Uhr im Stadtcasino Basel.
Unter der Leitung von Principal Conductor Titus Engel lassen wir zum Saisonauftakt die Naturgewalten spielen: vom ersten «Blitzschlag» mit der Basler Flötistin Vera Fischer über die Atempause «Changing», bevor mit «The Tears of Nature» und Star-Schlagzeugerin Vivi Vassileva der Donner einsetzt.
Das musikalische Unwetter beginnt mit James Dillons «Blitzschlag»: ein dicht und detailreich komponiertes Flötenkonzert, das nicht nur die Solostimme herausfordert. Als abschliessender Teil seines «German Triptych» vertonte der schottische Komponist (ein Autodidakt!) die Idee einer Erleuchtung, die aus der Dunkelheit entspringt. Mit der in Basel geborenen Flötistin Vera Fischer freuen wir uns auf eine virtuose Soloperformance, die die Kraft des gross besetzten Orchesters kontrastiert.
Um eine «atmende» organische Struktur, die sich langsam, aber stetig wandelt, geht es in Nina Šenks «Changing» for Orchestra. Entstanden während der Pandemie 2020, beschäftigte sich die slowenische Komponistin mit Instabilität und Veränderungen. Ausgangspunkt des Werks ist ein einzelner Ton, an den sich nach und nach neues Material anheftet, woraus sich eine Struktur des langsamen Ein- und Ausatmens ergibt. Die monotone Grundidee bleibt stets wiedererkennbar, aber durch den konstanten Wandel nie identisch.
Als grosses Finale donnert es mit Tan Duns «The Tears of Nature» in allen Facetten der Perkussion. Um die Vielfalt der perkussiven Instrumente und ihrer Klangwelten zu verbildlichen, kam für den Komponisten einzig die Natur in Frage: mit ihrer Kraft, ihrer Leidenschaft und ihrer Energie. Diesen drei Eigenschaften, am Beispiel von realen Naturkatastrophen, folgen die drei Sätze seines Percussion Concertos. Tan Dun schrieb das Werk für den Schlagzeuger Martin Grubinger, bei dem – ein schöner Zufall – unsere zweite Solistin des Abends, Vivi Vassileva, studierte.
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