Videokunst und Musik
Varèse, Giger, Skljarov

K4 — Crossing Borders
Samstag, 17. April 2027, 19 Uhr
Stadtcasino Basel

Tickets

Edgar Varèse

«Déserts» (mit Film von Bill Viola)

Jannik Giger

«Blind Audition»* | Schweizer Erstaufführung

Helena Skljarov

NN für Video und Orchester | Schweizer Erstaufführung

Titus Engel, Leitung
Basel Sinfonietta

 

Blind Audition für Orchester, Film & Vocal Cuts von Jannik Giger & Richard Haynes

Komposition & Regie: Jannik Giger
Orchesterfassung: Richard Haynes & Jannik Giger
Performance: Noëlle-Anne Darbellay
Szenografie: Demian Wohler
Kamera: Rebecca Meining

Wo endet das Bild, wo beginnt der Ton? Während Filmmusik und live begleitete Stummfilme deren Zusammenspiel längst verdeutlicht haben, geht dieses Konzert einen entscheidenden Schritt weiter: Es verbindet aktuelle Videokunst mit zeitgenössischer Musik. Drei Werke lassen die Grenzen zwischen Sehen und Hören nicht nur verschwimmen, sondern heben sie auf. 

Ein Pionier auf diesem Gebiet war Edgar Varèse: Mit «Déserts» schrieb der französische Komponist in den 1950er-Jahren eine visionäre Komposition für Blasinstrumente, Perkussion, Klavier und Tonband. Letztes tritt an drei Stellen hervor: Das Werk enthält «Interpolations», also Unterbrüche oder Einschübe, in denen diese elektronischen Aufnahmen erklingen. Mehrere Jahrzehnte nach der Entstehung seiner Komposition entdeckte das Ensemble Modern Notizen von Varèse, die darauf hinwiesen, dass für das Werk eine visuelle Komponente vorgesehen gewesen wäre. Daraufhin schuf der Videokünstler Bill Viola einen begleitenden Film, der Varèses Vision vollendet.

Auch der Basler Künstler Jannik Giger hebt Ton- und Videokunst auf eine neue Ebene. Durch die Situation des anonymisierten Vorsingens beleuchtet sein Kunstfilm «Blind Audition» Machtverhältnisse im klassischen Musikbetrieb. Eigens für dieses Konzert erschafft Giger in Zusammenarbeit mit Richard Elliot Haynes eine Orchesterfassung. 

Die Livemusik durchbricht dabei die Isolation der medialen Ebene: Im Gegensatz zur einsamen Vorsing-Situation tritt das Orchester, sichtbar, als Kollektiv auf. So wird der gesamte Saal, inklusive Publikum, Teil des Ganzen: beobachtend, mitspielend … urteilend? 

Ganz im Zeichen der Programmlinie «Crossing Borders» überschreitet das Konzert auch geografische Grenzen. Gemeinsam mit der Music Biennale Zagreb präsentiert die Basel Sinfonietta ein neues Werk der kroatischen Komponistin Helena Skljarov, die mit ihren multidisziplinären, innovativen Ansätzen weltweit begeistert. Daher ist dieses vielschichtige, interdisziplinäre Programm nicht nur in Basel, sondern auch als Gastspiel in Zagreb zu erleben.

Türöffnung: 18.00 Uhr
Konzerteinführung: 18.15 Uhr

In Kooperation mit der Music Biennale Zagreb
Kompositionsauftrag an Helena Skljarov durch MBZ 

Unterstützt von:

* Kompositionsauftrag von Basel Sinfonietta, ermöglicht von der

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