Olivier Messiaen
«Éclairs sur l’au-delà…»
Studierende der Hochschule für Musik Basel
Titus Engel, Leitung
Basel Sinfonietta
Das letzte grosse Werk von Olivier Messiaen aufzuführen, war ein lang gehegter Wunsch von Principal Conductor Titus Engel — so wagen wir uns mit diesem Konzert nun ins «Jenseits». Als Mammutwerk mit elf Sätzen nimmt «Éclairs sur l’au-delà…» nicht nur das gesamte Abendprogramm ein, sondern sprengt auch die herkömmliche Besetzung eines Sinfonieorchesters. Realisiert wird dieses Grossprojekt mit 50 Studierenden der Hochschule für Musik, die die Basel Sinfonietta auf der Bühne ergänzen und so diesen gewaltigen Klangkörper gemeinsam ermöglichen.
Messiaen, dessen Schaffen stark mit seinem tiefen katholischen Glauben verwoben war, widmete das Werk einem monumentalen Thema: der biblischen Vorstellung des Himmels und der Ewigkeit. Mit Satztiteln wie «Erscheinung des verklärten Christus» (erster Satz), «Die Sterne und die Herrlichkeit» (achter Satz) oder «Christus, Licht des Paradieses» (letzter Satz) malt das Werk überwältigende musikalische Bilder. Denn neben der religiösen Inspiration war Messiaens Wahrnehmung von einer Besonderheit geprägt: Ihm erschienen musikalische Akkorde als Farben, was in diesem Werk besonders greifbar wird. Auch seine andere grosse Leidenschaft, die Ornithologie, ist in Messiaens Visionen des Jenseits allgegenwärtig. Die Vögel, die er als «kleine Boten der göttlichen Freude» verehrte, sind durch ein vielstimmiges, komplexes Zwitschern vertreten und wandern durch das gesamte Orchester.
Selbst erleben konnte der Komponist sein letztes Meisterwerk nicht mehr, er verstarb ein halbes Jahr vor der Uraufführung in New York im Jahr 1992. Doch sein musikalischer Abschied ins «Jenseits» ist alles andere als düster oder melancholisch — es ist ein leuchtendes, zwitscherndes Zeugnis der Hoffnung.
In Kooperation mit dem Institut Klassik der Hochschule für Musik Basel FHNW

